Rundreise Marokko

im April 2013

              

   

Tag 1

 

Dienstagmorgen, 03:00 Uhr, das Märchen

aus 1001 Nacht konnte beginnen!!!

 

 

 

 

Es war schon recht früh, aber bereits um 04:00 wurde ich vom NRW-Shuttle abgeholt und zum Flughafen gebracht.

Mit 20 Min. Verspätung startete die Maschine gen Süden.

Es war eigentlich ein recht ruhiger Flug. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als die Lautsprecherdurchsage kam und nach einem Arzt an Bord gefragt wurde.

Schluck.....

Es gab einen medizinischen Notfall, später erfuhren wir dann, dass es sich wohl um einen Herzinfarkt gehandelt hat. Jedenfalls von da an wurde der Service eingestellt, das Bordpersonal hat sich selbstverständlich nur noch um den erkrankten Passagier gekümmert. Die Landung in Agadir war wiederum eher unspektakulär. Bei der Passkontrolle hat es ungewöhnlich lange gedauert, bis ich durch war. Riesenlange Schlangen vor den Durchgängen, die Zollbeamten haben sich jeden Reisepass mit äußerster Genauigkeit angesehen und ihre Stempel in den Pässen hinterlassen. Vielleicht ist sie in den Afrikanischen Ländern so üblich, diese „deutsche“ Genauigkeit.

            

                                     

Egal, die Koffer waren dafür umso schneller auf dem Laufband, und so konnte ich endlich nach gefühlten 2 Stunden das Flughafengebäude verlassen und meinen Bus für den Transfer zum Hotel besteigen. Natürlich hat es auch hier gedauert, bis wir abfahren konnten, es waren ja noch eine Menge anderer Passagiere unterwegs, die alle mit wollten.

Ein gutes hatte die Warterei, ich konnte mich schon mal langsam an die Sonne gewöhnen, es war bereits sehr warm, so um die 21 Grad, und das um 09:00 morgens. Marokko liegt zeitlich 2 Stunden hinter der Mitteleuropäischen Zeit hinterher.

Eine Stunde später war ich im Hotel Tildi, ein Hotel, was zum Glück sehr nah am schönen Strand von Agadir liegt

 

Und so bin ich, nachdem ich mein Zimmer im 4. Stock bezogen hatte, sofort an den Strand gelaufen. Ein erster langer Spaziergang durch das seichte warme Wasser hat meinen Füßen richtig gut getan. Für den Rückweg hab ich die wunderschöne Promenade gewählt und mir dort in einem Restaurant einen Platz mit Blick auf`s Meer ausgesucht. Es war schließlich mittlerweile Mittag und mein Magen meldete sich.

 Bei einem leckeren Glas marokkanischem Rotwein hab ich mein erstes typisch marokkanisches Gericht zu mir genommen. Es nennt sich Tajine. Der Name bezeichnet den Tontopf, in dem alle möglichen Fleisch- und Gemüsesorten gedämpft werden. Es gibt die Tajine natürlich auch mit Fisch oder Hühnchen und gemeinsam mit Kartoffeln und Gemüse. Ich hab mich für das Hühnchen mit Kartoffeln, Zitrone, Pflaumen und Mandeln entschieden. Ich muss zugeben….echt lecker!!!

Zum Abschluss gab’s noch einen Espresso und dann bin ich erneut an den Strand zurück, um erst mal eine gute Stunde im Sand zu sitzen.

Herrlich, ein fast leerer Strand und Sonne pur.

 

 

Am Abend im Hotel traf die Reisegruppe zum ersten Mal zusammen. Der Reiseleiter Hamid hielt zunächst einen Vortrag über die bevorstehende Rundreise und anschließend war gemeinsames Abendessen angesagt.

Da ich durch das frühe Aufstehen und den langen Spaziergang am Meer sehr müde war, bin ich zeitig schlafen gegangen. Außerdem war für den nächsten Tag die Abfahrt für 08:00 Uhr geplant.

            

                        

Tag 2

 

Nach einem spärlichen Frühstück ging es wie geplant pünktlich um 08:00 los.

Die erste Überraschung hat mich im Bus voll erwischt…die Reisegruppe bestand aus 42 Personen, der Bus war rappelvoll.

Egal, alle hatten einen Platz gefunden und so fuhren wir zunächst ein kleines Stück durch Agadir und anschließend die Küste entlang Richtung Norden.

Nach etwa einer Stunde wurde ein erster Fotostopp eingelegt, an einer wunderschönen Bucht. Nur schade das die Straße so weit oberhalb der Klippen entlang ging, über eine kleine Abkühlung im Meer hätte sich der eine oder andere sicher gefreut. Nachdem alle Ihre Fotos geschossen bzw. Zigaretten geraucht hatten ging es weiter entlang der Küste.

          

                   

 

 

Eine knappe Stunde später erreichten wir unser nächstes Ziel, eine Art Plantage mit Argan-Bäumen.

Diese Baumart, deren Äste manchmal bis auf den Boden herab hängen, wächst nur im südwestlichen Marokko. Der Anbau zur Ölgewinnung erfolgt hier bereits seit Jahrhunderten .

Oft sieht man in den Ästen der Bäume Ziegen herum klettern, ihnen machen die dornigen Äste nichts aus.

Auch hier wurde nur ein kurzer Fotostopp eingelegt und schon ging es weiter, wir wollten schließlich unsere Mittagspause in einem bekannten Küstenort verbringen…

Essaouira.

 

Bekannt geworden ist der Ort in den 60er Jahren wegen der Hippies und Jimi Hendrix,  der sich eine Zeit lang in der Gegend aufgehalten hat.

Und dann war da noch der „summer of love“ im Jahre 2005, als hunderttausende einheimische Urlauber aus dem ganzen Land hier einfielen, dank des tollen Wetters und absoluter Windstille über viele Wochen hinweg.

Ganze Grossfamilien reisten an, verhüllte Großmütter, deren Töchter mit Kopftüchern und deren Töchter im Bikini, alle vergnügten sich an dem langen, wunderschönen Strand.

Für uns war eine Stunde angesetzt und so machte ich zunächst einen kurzen Spaziergang am Meer entlang um dann in einem der vielen Restaurants einen kleinen Imbiss einzunehmen.

Es gab ein Käsesandwich mit Pommes und ein Glas marokkanischen Rotwein. Einfach aber lecker. Die schöne Promenade erinnert an eine spanische oder italienische Promenade, wären da nicht die vielen Marokkanerinnen, die, natürlich mit Kopftuch und langen Gewändern bekleidet, dort entlang schlenderten.

     

     

 

   

     

Im Anschluss an unsere Mittagspause fuhren wir zum malerischen Hafen der Stadt.

Zunächst hatten wir eine halbe Stunde zur freien Verfügung, um uns den Hafen mit den bunten Fischerbooten anzusehen. Um möglich viel zu erkunden hab ich mich sofort auf den Weg vorbei Hafentor (Port de la Marine) Richtung Mole gemacht.

Dabei kam ich an den vielen Verkaufsständen der Fischer vorbei, und je näher ich der Mole kam umso penetranter wurde der Gestank nach Fisch und was weiß ich nicht noch.

Ich hab`s dann nicht bis ans Ende geschafft, mein Magen fing an zu rebellieren und so hab ich kehrt gemacht und schnellstens diese enge Gasse zwischen den Fischhallen verlassen. Am Hafentor angekommen konnte ich die Luft dann wieder ohne Hand vor Mund und Nase einatmen.

Trotz allem ist mir jedoch noch aufgefallen, dass der gesamte Fischfang in Kisten in der Sonne lag, meistens ohne Eis.

Kein Wunder, warum es dort derart stank.

                       Ebenso wunderte es mich nicht, dass die anderen Mitreisenden sich genau so schnell wieder am Hafentor einfanden. Nachdem alle wieder ihre normale Gesichtsfarbe wiedererlangt hatten traten wir unseren Weg Richtung Medina an, durch das Hafentor hindurch.

Wir kamen dabei an der Stadtmauer mitsamt Turm vorbei, anschließend an ein paar Restaurants und Geschäften.

Und nachdem die Gassen enger wurden .....

      .... erreichten wir den Teil der Stadtmauer zum Meer hin, welcher bestückt ist mit zahlreichen Kanonen. Das ganze machte schon einen sehr wehrhaften Eindruck.

Der Rückweg zum Bus durch die wunderschöne Medina dauerte nur ein halbe Stunde, und nachdem alle wieder auf ihren Plätzen saßen machten wir uns auf die lange Fahrt nach Casablanca, der größten Stadt von Marokko.

Für die knapp 400 Km benötigten wir rund 6 Stunden.

Das war schon recht anstrengend.

Kurz vor Casablanca konnten wir dann noch einen tollen Sonnenuntergang vom Bus aus erleben.

 

Weil wir erst nach 20:00 Uhr im Hotel ankamen, sollten wir sofort zum Abendessen in den Speiseraum gehen und erst anschließend unsere Zimmer aufsuchen. Ich fand aber keinen Platz mehr und so hab ich mir meinen Zimmerschlüssel sofort geben lassen und bin hinauf auf die 4.Etage in mein Zimmer.

Was mich da erwartete, hat mich doch ganz schön vom Hocker gehauen. Da hatte etwas von einem 1-Sterne-Hotel. Ich will hier nicht auf die einzelnen Mängel eingehen, nur so viel:

Das Bad war einfach nur Renovierungsbedürftig! Grauslig!

        Ziemlich gefrustet bin ich dann doch nochmal in den Speiseraum gegangen und hab eine Kleinigkeit zu mir genommen. Nicht ohne ein paar Gläser Rotwein dabei zu trinken. Anschließend bin ich hundemüde schlafen gegangen.

                     

                               

              

Tag 3

 

Heute durften wir eine halbe Stunde länger schlafen, wir fuhren erst um 08:30 los. Zunächst war eine kleine Stadtrundfahrt angesagt. Das erste Ziel war die Hassan-II.-Moschee, welche eine der größten Moscheen der Welt ist.

Das Minarett ist mit seinen 210 Metern das höchste religiöse Bauwerk weltweit und in der Gebetshalle finden ca. 25.000 Menschen Platz, nimmt man den Vorplatz dazu, bietet sie Platz für ca. 100.000 Gläubige.

Es ist schon eine sehr schöne und beeindruckende Anlage, welche auf einer kleinen Halbinsel direkt am Meer liegt.

Von dort fuhren wir nur ein paar Meter weiter zur Promenade, um einen kleinen Spaziergang zu machen, vorbei an wunderschönen Hotel- und Restaurantanlagen.

Und entlang der Straße standen einige schöne Skulpturen von marokkanischen Künstlern.

Nach 20 Minuten bestiegen wir wieder den Bus um uns auf den Weg nach Rabat zu machen, der Hauptstadt und 2.größten Stadt Marokkos, welche wir gegen Mittag erreichten.

Dort suchten wir erst mal ein Restaurant auf, um unser Mittagessen einzunehmen. Ein nettes Lokal mitten in der Stadt in einem kleinen Innenhof gelegen.

Das von mir bestellte vegetarische Omelette sowie das zu jedem Essen gereichte Brot waren sehr lecker, und die anderen Mitreisenden waren wohl auch zufrieden.

Gut gestärkt konnten wir dann mit der Stadtrundfahrt und der anschließenden Besichtigung des Königspalastes beginnen.

 

     Der im 19. Jahrhundert von Mohammed V. erbaute Palast ist jedoch leider nur von außen zu besichtigen.

 Das große Tor zum Thronsaal ist aus Zedernholz und mit Mosaiken belegt, die Säulen bestehen aus Carrara-Marmor.

    

Aber auch die parkähnliche Außenanlage ist sehr schön anzusehen.

      

 

Vom Königspalast fuhren wir weiter zu den auf einem Hügel gelegenen Ruinen von Chellah.

Wenn man durch das große Tor den Bereich hinter der riesigen Lehmmauer betritt, fühlt man sich in eine andere Zeit versetzt.

 

 

Eigentlich ist es eine Grabstätte der Meriniden-Sultane, sie wird heute als heiliger Ort verehrt, außerdem gibt es Überreste einer römischen Siedlung.

Aber eigentlich waren wir alle von den klappernden Störchen angetan. Auf Bäumen, Mauerresten und Türmen waren unzählige Nester, besetzt mit Jung- und Altvögeln.

Immer wieder kamen von irgendwoher die Störche angeflogen, setzten sich auf ein Nest oder starteten wieder zu einem Rundflug.

     

                           

Wir haben uns nicht lange hier aufgehalten, aber die Ruhe (außer dem geklapper der Schnäbel) dort war sehr angenehm, und das schöne Wetter hat ein übriges getan.

               

Unser letztes Ziel in Rabat war das

Mausoleum Mohammed V.

Das aus weißem Marmor bestehende Gebäude hat das für den Islam typische grüne Dach.

Auf dem Gelände sollte im 12. Jahrhundert die größte Moschee entstehen. Da der Erbauer aber noch vor Fertigstellung verstarb, wurden die Arbeiten nicht zu Ende geführt. Mitte des 18. Jahrhunderts wurden weite Teile der Ruine durch ein Erdbeben zerstört, übrig geblieben sind nur noch ein paarTeile der Mauer, einige verschieden hohe Säulen und der Hassan-Turm.

Der Eingang zur Anlage führt durch ein Tor, an dessen beiden Seiten jeweils ein berittener Wächter steht, und zwar Tag und Nacht rund um die Uhr. Nachdem unser Reiseleiter sich mit einem der dortigen Angestellten abgesprochen hatte, durften wir das Mausoleum betreten und von innen besichtigen. Auch dieser Eingang war durch einen Uniformierten bewacht.

Der eigentliche Grabraum liegt ein paar Meter tiefer und kann von einer umlaufenden Galerie besichtigt werden.

 Und auch hier stehen in den vier Ecken uniformierte Wächter.

Wenn man aus dem Mausoleum heraus tritt, schaut man über den säulenbestückten Platz direkt auf den Hassan-Turm.

 

 

 

 

 

Heute ist dieser 44 Meter hohe Turm, der Hassan-Turm, ein Wahrzeichen der Stadt.

Neben dem Mausoleum steht eine Moschee und direkt daneben ein Museum. Da es unsere Zeit jedoch nicht zuließ, konnten wir das Museum nicht besichtigen.

Also bestiegen wir wieder unseren Bus fuhren auf direktem Weg nach Meknes.

 

Gegen 17:30 kamen wir im Hotel „Rif Meknes“ an. Da bis zum Abendessen noch etwas Zeit war, beschloss ich, mir die nähere Umgebung etwas anzusehen. Ich bin zum nahe gelegenen Platz „Place de L'lstiglad“ gelaufen, da mir aus dieser Richtung Musik entgegen kam.

        Es handelt sich um eine kleine Parkanlage, von einer Straße umrandet, an deren oberen Ende eine Bühne aufgebaut war. Dort sollte noch die halbe Nacht ein Fest stattfinden.

Zum Glück war mein Hotelzimmer zur anderen Seite gerichtet, sodass ich davon nichts mitbekam.

Auf dem Platz fiel mir auf, dass hier die Frauen in der Überzahl waren, wahrscheinlich deshalb, weil die Männer immer alleine in den Cafés sitzen.

 

Da es mittlerweile dämmerte, machte ich mich auf den Rückweg, nicht ohne vorher in einem kleinen Geschäft etwas zu trinken zu kaufen. Nachdem ich meine Einkäufe im Zimmer abgeliefert hatte, ging ich ins Restaurant, für 19:30 war das gemeinsame Abendessen angesagt.

 

Nach dem Essen bin ich dann sofort schlafen gegangen, ich war doch ein wenig geschafft.

                             

                                        

Tag 4

 

Heute ging es wieder eine halbe Stunde später los,

erst um 09:00 Uhr.

Zunächst fuhren wir zur ca. 30 Kilometer entfernten Ausgrabungsstätte Volubilis, oder, wie sie auf arabisch heißt, Walili. Sie war eine römische Stadt in der Antike.

Es gibt einige schöne, gut erhaltene Mosaike sowie Reste von Häusern und Tempeln. Ende der 90er Jahre wurde sie zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Wir haben eine Stunde in diesem weitläufigen Gelände verbracht. Das war in der Hitze doch sehr anstrengend, zumal es nur wenige schattige Plätze gibt.

Und auch hier waren wieder einige Storchennester vorhanden, sie hatten sich ein paar hohe Säulen dafür ausgesucht.

                            

Von dort fuhren wir weiter zur Pilgerstätte Moulay Idriss, keine 5 Kilometer von Volubilis entfernt. Diese Stadt ist ein Wallfahrtsort, weil dort die Grabstätte des Gleichnamigen Moulay Idriss liegt. Er war der erste Herrscher des unabhängigen Marokkos und ein Nachkomme der  Prophetentochter Fatima.

Wir machten zunächst einen kleinen Spaziergang durch die Stadt hinauf Richtung Mausoleum. Hinauf deshalb, weil die Stadt auf einer Bergkuppe liegt.

Vom Mausoleum, das wir aber nicht betreten durften, gingen wir dann wieder hinab, diesmal über einen Markt mit Obst, Fleisch, Gemüse und bunt verpackte Kerzen mit Sprüchen aus dem Koran.

 

Am Ende des Marktes kamen wir an einen kleinen Platz mit einigen Cafés. Dort machten wir eine Pause und gönnten uns einen Minztee.

Gegen Mittag machten wir uns wieder auf die Rückfahrt ins Hotel, nicht ohne vorher an einer kleinen Parkbucht nochmal einen Fotostopp einzulegen. Man hatte von dort einen wunderschönen Blick auf die Stadt mit den Bergen im Hintergrund.

  

Eine halbe Stunde später sind wir wieder im Hotel angekommen. Von dort bin ich dann mit ein paar Leuten in die Stadt gegangen, wir wollten irgendwo zu Mittag essen.

Da heute Freitag war und dem Hotel gegenüber eine Moschee stand, mussten wir beim Verlassen des Hotels einen Umweg gehen. Es handelte sich wohl um eine sehr kleine Mosche, denn viele Muslime hatten sich auf der Straße zum Gebet niedergelassen. Da war kein Durchkommen, weder für Fußgänger noch für Autos und Mofas.

Also gingen wir erst mal zum „Place de L'lstiglad“. Nach einem etwas längeren Spaziergang betraten wir dann ein nettes Café und bestellten Cappuccino und süßen Kuchen. Und eins kann ich sagen...der Kuchen war wirklich süß…aber auch richtig lecker. Und der Cappu erst…mhhhh.

  Am Nachmittag war eine Stadtrundfahrt angesagt mit Besichtigung einiger Stadttore.

Unser erster Stopp war an einer Stelle, von wo aus die gegenüberliegende Medina zu sehen war. Da Meknes zweigeteilt ist, sie liegt auf zwei Hügeln, getrennt durch das Wadi Bou Sekrane (ein ausgetrocknetes Flussbett), konnte man von der einen zur anderen Seite schauen.

  

Weiter ging es dann Richtung Medina und zum schönsten Stadttor von Meknes, dem „Bab el-Khemis“.

Dort machten wir jedoch nur einen kurzen Fotostopp

und fuhren dann weiter zum nächsten Tor,

dem  Stadttor „Bab Mansour“.

        Gegenüber dem Tor liegt ein großer Platz, auf dem bereits am Nachmittag reges Treiben herrschte.

Umringt ist der Platz von einigen Cafés, die sich ebenfalls bereits langsam füllten.

Für uns war jedoch zunächst ein langer Fußmarsch angesagt,  wir wollten durch die engen Gassen der Souks marschieren.

Hier, in dieser Enge, sind motorisierte Fahrzeuge nicht erlaubt, lediglich Eseln und Maultieren begegnet man hier und da. Und wenn das der Fall ist, sollte man schnellstens sehen dass man aus dem Weg kommt, denn sie haben auf jeden Fall Vorrang und rennen auch einfach drauf los.

Am besten sucht man in einem der vielen Geschäfte oder Werkstuben Schutz.

Es gibt verschiedene Souks, unterteilt nach Warenart, z.B. Gewürze, Gemüse, Teppiche, Keramik u.s.w.

    

Nachdem wir etwa eine Stunde dort herum gelaufen sind kamen wir am Mausoleum von Moulay Ismail an.

Dieses Mausoleum ist auch gleichzeitig eine Moschee und gehört zu den wenigen, welche auch von Nichtmoslems betreten werden darf, allerdings natürlich nur ohne Schuhe.

Das Grab des Herrschers Moulay Ismail liegt in einem von drei Räumen, welche mit wunderbaren Mosaiken ausgestattet sind.

Weiter ging es auf einem kürzeren Weg zurück zum Bus am großen Tor Bab Mansour. Da es mittlerweile 17:00 Uhr war hatte sich der Platz weiter gefüllt, er wimmelte jetzt von Händlern und Käufern.

Die Rückfahrt ins Hotel dauerte keine halbe Stunde, und da es zum Abendessen noch etwas hin war, konnte ich mich auf meinem Zimmer von den Strapazen am Nachmittag noch etwas erholen.

     Pünktlich um 19:30 fand ich mich im Restaurant ein und setzte mich, mit einigen weiteren Gästen, an einen großen, runden Tisch. Heute sollte es ein typisch marokkanisches Essen geben, wir waren alle sehr gespannt auf das, was uns erwartete.

Als Vorspeise gab es eine Gemüsecremesuppe, die 2.Vorspeise war ein Omelett mit Zwiebeln und Tomaten sowie Möhrensalat. Bis hierhin hat es mir ausnahmslos gut geschmeckt und man hätte diese Gerichte auch in einem unserer Restaurants erwarten können.

Aber dann kam das Hauptgericht!

Eine Riesen-Tajine mit Fleischbällchen. Und ganz traditionell wurde sie mitten auf den Tisch gestellt, jeder erhielt einen Esslöffel und konnte sich daraus bedienen. Und dann das leckere Brot in die Tunke stippen…ein HOCHGENUSS.

Und als Dessert gab es einen Obstsalat.

Aber die Krönung war das, was der Reiseleiter auf jeden Tisch stellte. Ein kleine Flasche Feigenschnaps. War für jeden ein Pinnchen drin. Der hat den Magen richtig aufgeräumt…und die Zungen der Gäste gelöst. Wir haben an diesem Abend noch eine ganze Zeit am Tisch gesessen, geredet und gelacht. Ich glaube, wir waren fast die letzten, die das Restaurant verlassen haben.

 

 

Tag 5

Heute ging es wieder ein halbe Stunde früher los, um 08:30 machten wir uns auf den Weg nach Fes, die älteste der 4 Königsstädte.

 

Eine gute Stunde später kamen wir oberhalb von Fes an und legten einen ersten Fotostopp ein. Man hatte von dort einen wunderschönen Rundumblick auf die Stadt, leider war es zu dieser frühen Stunde etwas bedeckt und diesig.

Aber der Blick war dennoch beeindruckend.

   

Anschließend war die Besichtigung einer Keramik-Fabrik geplant. Auf dem Weg dorthin passierten wir einen Teil der langen Stadtmauer.

In der Fabrik angekommen wurden uns zunächst einige sehr schöne, fertige Stücke wie Brunnen oder Tische, gezeigt.

Dann betraten wir die eigentlichen Werkstätten, wo die Mosaiksteinchen hergestellt und in die richtige Größe und Form geklopft werden. Die Arbeiter sitzen dabei auf ihren Knien, und das über mehrere Stunden Tag ein Tag aus.

Unser Rundgang führte uns natürlich auch in die Töpferei, dort wo u.a. auch die bekannten Tajine von Hand hergestellt werden, sowie in die Abteilung der Bemalung. Zum Schluss konnten wir dann in dem kleinen angegliederten Laden stöbern und uns (eventuell) das eine oder andere Andenken kaufen.

         

Als nächstes stand die Medina mit ihren Souks an. Wir durchwanderten sie ca. eine Stunde, immer wieder vorbei an kleinen Werkstätten, u.a. an einer Textilfärberei, vorbei. Auch an kleinen Geschäften für silberne Gefäße oder Lampen.

Und dann war noch eine Verkaufsveranstaltung angesagt. Wir wurden in ein großes Haus geführt, dessen Wände mit wunderschönen Mosaiken ausgestattet waren und überall an den hohen Wänden Teppiche hingen.

Ein Teppichhändler!!!

Dort wurden uns jede Menge Teppiche aller Größen und Farben vorgeführt, Erklärung abgegeben und Minztee gereicht. Ich habe, nachdem ich meinen Tee getrunken hatte, das Haus wieder verlassen und lieber vor der Tür auf das Ende der Veranstaltung gewartet.

Nach ca. einer halben Stunde ging es weiter durch die Souks. Wir wurden hier immer mal wieder auf die Seite gezwungen, um Esel oder Maultiere vorbei zu lassen.

Gegen 13:00 Uhr erreichten wir dann unser Ziel für die Mittagspause.

Ein zum Restaurant umgebautes Wohnhaus. Und auch hier wieder wunderschöne Mosaike bis unter die Decke.

Das servierte Essen á la Carte war sehr gut, ich hatte mich für ein vegetarisches Couscous entschieden. Nach etwa einer Stunde ging es wieder gut gestärkt weiter für die nächsten Kilometer. Jetzt waren wir in den Souks für Kunsthandwerk unterwegs.

Wir besuchten als erstes eine Weberei.

     

      

     

Da ich mich etwas abseits aufhielt, konnte ich noch einen Blick in eine der Backstuben werfen, in denen die Bewohner ihre selbst zubereiteten Brote backen konnten. Sie brachten dafür den geformten Teig, meist mit einem speziellen Zeichen versehen, dorthin und konnten die fertigen Brote nach dem Backen wieder abholen.

                                       

                                                                                 

 

 

 

Auf dem weiteren Weg zu unserer nächsten „intensiveren“ Besichtigung begegneten wir des Öfteren Bewohner, die mit einer Unzahl von Lederhäuten von einem zum anderen Laden liefen.

 

Kurze Zeit später wussten wir, wo unser nächstes Ziel war.

Eine mittelalterlich anmutende Gerberei.

Als wir das Haus betraten, wurde uns von einem Mitarbeiter ein kleines Bündel Minze in die Hand gedrückt. Ich wollte zunächst ablehnen, wurde aber vom Reiseleiter genötigt, unbedingt eins anzunehmen.

O-Ton unseres Reiseleiters  Hamid:

Du wirst es mir oben danken“.

Nun ja, ich nahm also doch ein Bündel und stieg mit den anderen die vielen Treppen im Haus hinauf, ich denke wir mussten auf die 4. oder 5. Etage. Und je höher wir kamen, desto mehr musste ich nach Luft ringen, nicht nur wegen der vielen Stufen, sondern hauptsächlich wegen dem Geruch bzw. ekelhaftem Gestank. Jetzt war ich Hamid wirklich dankbar, die Minze angenommen zu haben. Der Gestank war so unerträglich, dass sich einige die Minze in die Nase stoften. Das sah wirklich komisch aus...

Egal, oben angekommen betraten wir einen kleinen Raum, in dem allerlei Lederartikel, Sitzkissen, Taschen und Jacken in jeder Größe  ausgestellt waren.

Der Raum hatte zum Innenhof hin einen Balkon von wo aus man einen phantastischen Blick auf die eigentliche, tiefer liegende, Gerberei hatte. Dort unten standen unzählige Bottiche mit verschieden gefärbter Flüssigkeit gefüllt, die Gerber standen barfüßig darin und bearbeiteten die Lederhäute.

                        

    Die Häute werden von den Bauern aus der Umgebung, meist ist es Leder von Ziegen, Kühen oder Kamelen, hierher gebracht. Aber es wird auch Wolle gefärbt.

Zunächst wird das Leder in einer Kalklösung von Haarresten und Fett befreit, die Arbeiter stampfen dafür das Leder in den Bottichen immer wieder durch. Das anschließende Färben erfolgt mit pflanzlichen Mitteln, dabei wird Mohn für rot, Safran für gelb und Indigo für blau verwendet. Nach dem Färben werden die Häute auf den benachbarten Terrassen zum trocknen ausgelegt.

Ich hab, wie auch alle anderen, mich nur kurz dort oben aufgehalten, hab meine Fotos gemacht, und bin dann schnell wieder hinunter gegangen. In den unteren Räumen konnte man Lederartikel kaufen, es gab natürlich viel Auswahl an Taschen, Jacken, Mäntel und Schuhe.

          

Nachdem sich alle wieder am Hauseingang eingefunden hatten, gingen wir zurück zum Bus und fuhren, wieder vorbei an der beeindruckenden Stadtmauer, zum  Königspalast "Dar El Makhzen", mit seinen wunderschönen Gold glänzenden Toren. Leider kann man den Palast nur von außen besichtigen, da auch heute noch der König dort residiert, wenn er in Fes ist.

           

Weiter ging es per Bus zum schönsten Zugang in die Altstadt, dem

"Blauen Tor Bab Boujeloud“.

Blau ist das Tor jedoch nur auf einer Seite, geht man hindurch, sieht man auf der anderen Seite ein grünes Tor.

 

Wir sind dann ein Stück in die Souks hinein gegangen, hier werden überwiegend Gewürze und Lebensmittel angeboten.

 

Eine halbe Stunde später verließen wir diese wieder durch das Blaue Tor Richtung Bus und fuhren ins Hotel Mounia, wo wir gegen 18:00 Uhr ankamen.

Da das Abendessen für 19:30 Uhr geplant war, konnte ich mich noch etwas erholen.

Nach dem Essen bin ich mit einigen Leuten in die Hotelbar gegangen, wir wollten noch ein paar Bier trinken. Aber da haben wir es nicht allzu lange ausgehalten, es war sehr dunkel und die Musik war so laut das man sich nicht richtig unterhalten konnte. Also haben wir uns nach zwei Bier verabschiedet und sind auf unsere Zimmer gegangen.

 

In der Nacht, so gegen 04:00 Uhr bin ich dann fast aus dem Bett gefallen. Es gab einen höllischen Lärm, ich dachte sofort an Feueralarm, deshalb hab ich mich dürftig angezogen, meine Papiere geschnappt und das Zimmer verlassen. Als ich auf dem Flur stand staunte ich nicht schlecht... ich war allein… niemand zu sehen und zu hören. Der Alarm wurde abgestellt und es war Mäuschenstill. Erst dachte ich, ich hätte das alles nur geträumt. Aber am nächsten Morgen hab ich von einigen anderen Gästen gehört, das sie den Alarm auch gehört haben. Es hat wohl in der Nacht jemand versucht, den alarmgesicherten Notausgang zu öffnen. Also kein Feueralarm. Zum Glück. Und den fehlenden Schlaf konnte ich im Bus nachholen.

                                          

          

Tag 6

Heute war die Rückfahrt über den Mittleren Atlas bis nach Marrakesch angesagt, und die Abfahrt war für 08:00 geplant. Da ich mein Handy auf die Zeitzone Rabat eingestellt hatte, befand ich mich auch rechtzeitig um 07:00 im Restaurant zum Frühstück ein. Ich wunderte mich jedoch etwas, da ich die einzige dort war. Erst nach und nach trudelten einige weitere Gäste ein und ein Blick auf deren Uhren machte allen klar, dass etwas nicht stimmte. Es gab eine Differenz von einer Stunde zwischen meinem Handy und den Armbanduhren der Gäste. Auf Nachfrage bei den Kellnern stellte sich heraus, dass in Marokko in der Nacht die Uhren auf Sommerzeit um eine Stunde vorgestellt wurden. Dummerweise wurden wir darüber jedoch nicht informiert. Also haben wir schnellsten gefrühstückt und uns dann einigermaßen pünktlich im Bus eingefunden, nur der Reiseleiter fehlte. Es wurde telefoniert und der Busfahrer klopfte an seine Zimmertür…aber es dauerte noch eine ganze Weile, bis er auftauchte. Angeblich wurde er nicht geweckt und das Umstellen der Uhren auf Sommerzeit wurde angeblich erst am Vorabend beschlossen!!! Na ja, wer`s glaubt. Jedenfalls starteten wir mit einer Stunde Verspätung Richtung Gebirge.

Heute war der erste Tag, an dem man nicht von "afrikanischem Wetter" sprechen konnte. Es war bedeckt und kühl und ich war froh, dass ich eine wärmere Jacke in meinem Rucksack hatte.

 

 

 

 

Und die eine oder andere Mitreisende musste sich dann mit wärmenden Socken in Flip Flops behelfen.

 

Wir sind etwa eine Stunde gefahren, und es wurde immer diesiger. Als wir unsere erste Pause machten, in Ifrane, war es nur noch 3 Grad warm bzw. kalt und so nebelig, das wir vom Gebirge so gut wie nichts gesehen haben. Leider!!! Eigentlich war in Ifrane ein Spaziergang durch einen Zedernwald geplant. Das hat sich allerdings erledigt, nicht zuletzt wegen der fehlenden Stunde.

Wir haben nur kurz angehalten, einen wärmenden Kaffee oder Tee getrunken und sind nach 15 Minuten weitergefahren.

   

 Nach zwei Stunden Fahrt durchs Gebirge kamen wir in Khenifra an und besuchten dort einen Berbermarkt.

                    

Nach einer knappen Stunde ging es wieder weiter durch einige kleine Berberdörfer bis wir gegen 14:00 Uhr auf einem kleinen Hof ankamen. Bei der dort wohnenden Berberfamilie sollten wir unsere Mittagspause verbringen und nach traditioneller Berberart essen.

Wir waren schon etwas überrascht, denn das stand eigentlich nicht auf dem Programm des Reiseanbieters.

Der Hof der Familie liegt in der Nähe des landschaftlich sehr schön gelegenen Staudamms El-Hansali.

Der Raum, der für uns bereits hergerichtet war, es lagen bunte Teppiche und Kissen auf dem Boden und kleine runde Tische standen darauf, hatte kein Dach und in einem Nebenraum standen einige Grilltische.

Wir haben also, wie es üblich ist, unsere Schuhe ausgezogen und auf dem Boden Platz genommen.

Als Vorspeise wurde eine Art Linsensuppe mit dem dazugehörigen Brot gereicht. Anschließend gab es Würstchen und kleine Fleischbällchen vom Grill, lecker scharf gewürzt. Und als Dessert frische Erdbeeren. Zu trinken gab es Wein. Ein sehr einfaches, aber leckeres Essen. Wir haben eineinhalb Stunden bei der Familie zugebracht, ich hab nach dem Essen einen kleinen Spaziergang rund um den Hof gemacht. Die Aussicht auf den Stausee war schon sehr schön.

 

Gegen 15:30 setzten wir unsere Fahrt Richtung Marrakesch fort. Es war noch ein sehr weiter Weg dorthin, ca. 300 Kilometer. Unterwegs durchfuhren wir wieder einige Dörfer und größere Ortschaften.

 

Langsam fing es an zu dämmern und so erlebten wir erneut einen wunderschönen Sonnenunterhang.

Da wir erst um 20:30 im Hotel ankamen, haben wir uns sofort ins Restaurant zum Abendessen begeben, und weil in diesem Hotel grundsätzlich kein Alkohol ausgeschenkt wird, habe ich mich wieder mit ein paar Gästen für 22:00 verabredet, wir wollten ins Nachbarhotel auf einen Absacker. Der Abend ist noch recht schön geworden und erst um halb zwölf war ich im Hotelzimmer zurück.

 

 

 

Tag 7

 

Heute hatten wir den ganzen Tag Marokkos schönste Stadt auf dem Plan. Also ging es um 09:30 los, zunächst war eine kleine Stadtrundfahrt angesagt.

Unseren ersten Stopp legten wir bei den zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Menara-Gärten ein. Eine große Parkanlage in deren Zentrum ein Wasserbecken liegt, womit die umliegenden Oliven- und Zypressenbäume gewässert werden.

Es gibt dort rund 40 verschiedene Olivenbaumsorten und am Wasserbecken steht ein romantischer Pavillon. Bei guter Witterungslage kann man im Hintergrund die imposanten und schneebedeckten Berge des Atlasgebirges sehen.

In dem kleinen See wimmelt es von Karpfen, die nicht gefangen werden dürfen und in früherer Zeit wurde den Soldaten hier das schwimmen beigebracht.

Als nächstes fuhren wir zur größten Mosche Marrakeschs, der Koutoubia –Moschee.

Da sie aus dem 12. Jahrhundert stammt, ist sie auch die älteste Moschee Marokkos und gleichzeitig das Wahrzeichen der Stadt. Sie bietet Platz für ca. 25.000 Gläubige. Leider darf auch sie, wie fast alle Moscheen Marokkos, nur von Muslimen betreten werden. 

Die Moschee steht nicht in der Medina, sondern am Rand von Marrakesch, daher ist sie umgeben von schönen Gärten mit duftenden Rosen und anderen Blumen.

Zum nächsten Ziel mussten wir wieder ein Stück mit dem Bus fahren, bevor wir das Tor „Bab Agaou“ erreichten.

Es bedeutet auf Deutsch >>Schwarze Menschen<<. Man nannte es so, weil durch dieses Tor hauptsächlich die Menschen aus der Wüste kamen, welche dunkelhäutiger waren als die Einwohner von Marrakesch.

Das imposante Tor selbst enthält einige Inschriften aus dem Koran. Es darf nicht mit Fahrzeugen durchquert werden, damit es in dem jetzigen guten Zustand erhalten bleibt.

   

Anschließend kamen wir zur Moschee al-Masur, die im Kashbah-Viertel steht und ursprünglich für die Hofbeamten und das Militär gedacht war, die mit ihren Familien in diesem Viertel lebten.

    

Von dort war es nur ein kurzer Spazierweg bis zu den Saaditen-Gräbern. Diese Grabstätte existiert bereits seit dem 16.Jahrhundert und gehört wegen der herrlichen Verzierungen und Mosaiken zu den schönsten Bauwerken im Islam. Erst Anfang des letzten Jahrhunderts wurde die Totenstadt wiederentdeckt und restauriert. Zuvor wurde sie für mehr als 200 Jahre hinter hohen Mauern auf Befehl des Alawiden-Sultans Mulai Ismail versteckt.

     

Anschließend schlenderten wir dann weiter durch die Medina, vorbei an allerlei Händlern, Geschäften und Straßenmusikern.

 

Gut eine Stunde später betraten wir dann den prachtvollen Bahia Palast.

Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut und in den folgenden Jahren immer wieder erweitert hat er heute eine Grundfläche von ca. 8.000 qm mit über 160 Räumen und unzähligen Patios. So befinden sich z.B. ein Hamam (türkisches Bad) und eine Moschee auf dem Gelände.

Auch ein idyllischer Garten wurde angelegt. Die heute leer stehenden Räume sind bis unter die Decke mit wunderschönen Mosaiken und kunstvollen Fliesen bedeckt. Die Decken, im maurischen Stil geschnitzt, bestehen überwiegend aus Zedernholz.

 

In den schönen Innenhöfen, die mit vielen unterschiedlichen Pflanzen bestückt sind, kann man herrlich unter den Bogengängen in der Sonne sitzen und relaxen. Was ich natürlich sehr ausführlich getan habe. Für mich war das der schönste Palast, den wir besucht und besichtigt haben.

Ich hätte gut und gerne noch mehrere Stunden hier verweilen können.

Da es aber mittlerweile Mittag geworden war, machten wir uns auf den Weg zu einem Restaurant, in dem wir unser Mittagessen einnehmen sollten. Einigen von uns war dieses Restaurant im inneren jedoch zu dunkel, also suchten wir in einer nahe gelegenen Fußgängerzone ein Restaurant auf einer der vielen Dachterrassen auf.

Wir hatten uns auch bereits einen schönen Platz ausgesucht, sind dann aber wieder hinunter gegangen, da uns die angebotenen Speisen nicht wirklich ansprachen.

Unten angekommen wurden wir von einem jungen Mann in sein Lokal gebeten. Da wir bei diesem schönen Wetter aber draußen sitzen wollten und kein Platz mehr für uns war, stellten kurzerhand ein paar Mitarbeiter weitere Tische und Stühle noch vor die Terrasse. Wir waren erstaunt wie schnell und unkompliziert das ging. Bei uns in Deutschland hätte man sofort das Ordnungsamt auf den Plan gerufen weil die Stühle  5 cm zu weit auf dem Gehweg stehen. Jedenfalls hatten wir einen schönen Platz und auch recht schnell unser bestelltes Essen vor uns stehen.

Es war eine sehr angenehme Mittagspause, so in der warmen Sonne zu sitzen und mit netten und lustigen Leuten das gute Essen zu genießen.

Nachdem wir bezahlt hatten gingen wir zurück zum dem anderen Restaurant wo wir wieder auf den Rest der Reisegruppe trafen und gemeinsam weiter gingen, um uns dann kurze Zeit später  auf dem bekannten

Djamaa al-Fna - dem Platz der Gaukler –

einzufinden.

Dort trifft man normalerweise auf Feuerschlucker, Schlangenbeschwörer, Trommler und Geschichtenerzähler.  Hierfür war es aber noch zu früh am Tag, und so war es noch recht leer.

Wie schlenderten entlang des Platzes zum Eingang der Medina.

Gegen 15:00 Uhr betraten wir dort ein Geschäft für allerlei Gewürze und Öle. Es war mal wieder eine Verkaufs Veranstaltung angesagt. Fand ich jetzt nicht so toll, obwohl ich auch einiges gekauft habe. In einem separaten Raum wurde uns eine Menge über z.B. das berühmte Argan-Öl und die Heilwirkung verschiedener Kräuter erzählt. Das Ganze hat etwa eine Stunde gedauert, und ich war einfach nur froh, als es zu Ende war. Denn die Luft in dem fast hermetisch abgeschlossenen Raum mit all seinen Kräutern, Gewürzen und Ölen war nicht wirklich gut.

    Wir wanderten anschließend weiter durch die Medina, vorbei an kleinen Läden für Lampen, Keramik, Schuhe und Gewürze. Auch Handwerker wir Scherenschleifer, Lederverarbeitung, Färber und Kupferschmiede findet man dort.

Gegen 17:00 Uhr sind wir wieder am Gauklerplatz angekommen. Jetzt hatte sich der Platz etwas mehr gefüllt und wir sahen endlich die Schlangenbeschwörer und dressierten Affen in Natura. Da wir ab jetzt eine Stunde zur freien Verfügung hatten, haben sich die „üblichen Verdächtigen“ auf den Weg auf eine der schönen Dachterrassen gemacht. Von dort oben hatten wir einen perfekten Blick auf den gesamten Platz, einen Teil der Medina und im Hintergrund die Koutoubia-Moschee.

 

Irgendwie spürte man dort oben den Zauber des Orients.

Es gibt ein Sprichwort, das ausdrückt, was ich in diesem Moment empfunden habe:

„Hast Du einen Tag in Marokko verbringe ihn in Marrakesch. Hast Du nur eine Stunde, verbringe sie auf dem Djamaa al-Fna."

Nachdem wir unsere Gläser geleert und bezahlt hatten, gingen wir wieder hinab, ein paar Schritte über den Platz und stiegen wieder in den Bus ein.

Die Rückfahrt zum Hotel war kurz, das Abendessen schnell eingenommen.

 

An diesem Abend war noch eine Besonderheit geplant. Ein Abend bei Chez Ali, einem Restaurant mit Folkloredarbietung.

Da das im Reisepreis nicht inbegriffen war, zahlten wir für diesen Abend 20 EUR, darin enthalten war die Abholung im Hotel, Eintritt, ein Getränk, die Show sowie die Rückfahrt zum Hotel. Einige aus der Reisegruppe nahmen daran teil, und so wurden wir nach dem Essen mit einem kleinen Bus abgeholt.

Die Fahrt dauerte etwa eine halbe Stunde, da das Restaurant am Stadtrand von Marrakesch liegt. Es handelt sich um eine große Anlage mit Gebäuden im orientalischem Stil sowie riesengroße, mit Teppichen ausgelegte Zelte. Am Eingang erwartete uns ein Spalier aus wilden Reitern auf ihren rassigen Araberpferden.

Auf dem Weg zu den für uns reservierten Tischen kamen wir an verschiedenen Gruppen von musizierenden Berbern und Berberinnen vorbei.

 

Am Tisch angekommen wurde uns ein Getränk nach Wahl serviert und es gab zusätzlich Minztee .

Nach und nach kamen anschließend verschiedene Berberfamilien in die Zelte und wanderten singend, tanzend und trommelnd von Tisch zu Tisch

 Nachdem das ganze über eine Stunde gedauert hat, sollte auch endlich die eigentliche Reitershow losgehen. Wir gingen also gemeinsam zu der sich in der Mitte der Anlage befindlichen Manege und warteten auf die Reiterscharen, die uns angekündigt wurden. Zunächst allerdings kamen wieder die Berberfamilien, zu Fuß, machten eine Runde durch die Manege und verließen diese wieder. Anschließend wurde eine kleine Bühne in die Mitte der Manege gebracht, darauf führte eine Frau einen Bauchtanz vor. Da die Manege sehr groß und dadurch die Bühne sehr weit weg von den Zuschauern war, konnte man nicht allzu viel erkennen. Nachdem die Bühne wieder herausgeschoben war, kam ein Reiter, zeigte ein Kunststück auf dem Pferd und verschwand wieder, dann kam noch einer und noch einer… Dann tauchten plötzlich sechs Reiter auf einmal aus dem Dunkel auf, ritten als wär der Teufel hinter ihnen her und kurz vor Ende der Manege zügelten sie Ihre Pferde und schossen mit ihren Gewehren in die Luft. Das ganze passierte dann noch zwei- oder dreimal. Dann liefen die Familien wieder zu Fuß durch die Manege, verabschiedeten sich und die Show war zu Ende.

Alles in allem waren wir etwa zwei Stunden auf dem Gelände.

 

Mittlerweile war es empfindlich kalt geworden und so freute ich mich darauf, mit dem Bus wieder ins Hotel gebracht zu werden.

 

 

 

 

Tag 8

 

Heute war der Tag der Abreise.

Einige von uns sollten um 10:00 abgeholt werden. Also hatten wir uns vorher zu einem letzten gemeinsamen Frühstück im Restaurant verabredet.

Ich bin jedoch vorher noch auf das Dach des Hotels gefahren, um von dort noch ein paar Fotos von Marrakesch zu machen.

Nach dem Frühstück hieß es dann Abschied nehmen von ein paar liebgewonnen Mitreisenden, die es vorzogen, eine Woche länger zu bleiben um die Wüste Marokkos zu erkunden. Wir waren schon ein wenig traurig und hätten diese Tour gerne mitgemacht. Der Abschied ist entsprechend schwer gefallen.

 

Dann ging es los, Fahrtrichtung Agadir.

Es lagen rund 250 Kilometer Autobahn und etwa 3 Stunden Fahrt vor uns. Eine lange Zeit um Abschied zu nehmen von Marokko und die vorbeirauschende Landschaft in sich aufzunehmen.

Gegen Mittag kamen wir am Flughafen an und checkten sofort ein. Zum Glück, wir waren gerade fertig, da kamen mehrere Busse an und hunderte Passagiere wollten einchecken. Man, waren die Warteschlangen lang…. 

Die Wartezeit bis zum Abflug hab ich mir mit zwei anderen aus der Reisegruppe totgeschlagen. Der Rückflug war ziemlich unspektakulär und die Landung in Düsseldorf einigermaßen pünktlich. Den Koffer hatte ich auch schnell und so ging es dann mit einem Shuttle-Service nach Hause.

Ein wunderschöner Urlaub in einem äußerst interessanten Land war zu Ende und ich bin mir sicher, das ich dieses wunderschöne Land nocheinmal besuchen werde.

Kostenlose Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!